Fachärztliche Betreuung bei Demenz – Seite 2

Durch die gelebte Haltung aller Mitarbeiter in der Betreuung und im Umgang insbesondere mit erkrankten Bewohnern versuchen wir zur Erhaltung der Lebensqualität jedes Bewohners beizutragen. Wir nehmen uns der Bewohner mit ihrer Individualität an, und gestalten unsere Arbeit so, dass der Bewohner sich bei uns "wie zu Hause" fühlen kann. Hierzu kann jedes Bewohnerzimmer mit eigenen Möbelstücken, Bildern und Assecoires ausgestattet werden.

Die Maßnahmen und Ziele der stimulierenden, aktivierenden Pflege stehen dabei für uns im Vordergrund aller pflegerischen Bemühungen, wir arbeiten streng nach dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel (Professorin für Pflegewissenschaften).

Schwerpunkt der ganzheitlichen Betreuung dementer Bewohner ist die Stimulierung der Sinne. Über diesen Weg verschaffen wir uns den Zugang zum Bewohner, der seine kognitiven Fähigkeiten verloren hat, und eröffnen uns so seinen jetzigen Lebensraum. Die fünf Sinne werden durch gezielte Maßnahmen stimuliert, um so eine Brücke zu noch vorhandenen "verschütteten" Fähigkeiten (bspw. Das umrühren mit dem Löffel in der Kaffeetasse) zu erreichen.

Grundsätzlich sollte die Gestaltung des Tages unter aktivierenden Aspekten den Bewohnern die Chance für eine ruhige Nacht bieten. Zur Tagesgestaltung sind eigens zwei Mitarbeiter für den begleitenden und beschäftigungstherapeutischen Dienst eingesetzt. Die Aktionshöhepunkte von dementen Bewohnern liegen um die Zeit des Sonnenuntergangs. Neben verkürzten Schlafphasen sind Unruhezustände und ständiger Bewegungsdrang oft in einem Problemfeld anzusiedeln. Zur Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner wurde eigens ein so genanntes "Nachtcafe" eingerichtet. Abendliche Wandertendenzen werden hier mit leichter Gymnastik oder auch Aktivitäten wie Gesellschaftsspiele oder Gehirnleistungsraining "gelenkt". Hiermit wird gezielt auf die Nacht eingestimmt und es kann ein Übergang für die Bewohner geschaffen werden.